Hofer Firma WILO leistet einen wichtigen Beitrag, um Jordanien mit dem
knappen und wertvollen Nass zu versorgen
Wasser ist Leben – was
hier zu Lande kaum über den Status eines
Lippenbekenntnisses
hinauskommt, besitzt in
einem Staat wie Jordanien
einen ganz anderen
Stellenwert. Dort, so behaupten
Viele, ist Wasser
kostbarer als Öl.
Das Hofer Unternehmen
Wilo hilft dabei,
den Wassermangel
in Jordanien zu lindern.
HOF – „Funktionsfähige
Pumpen sind für die Wasserversorgung
in einem der
wasserärmsten Länder der
Welt entscheidend“, sagt
der Diplom-Ingenieur Carsten
Krumm, Geschäftsführer
der Wilo Emu GmbH
in Hof. Das Pumpenunternehmen
aus Oberfranken
mit seinen 400 Mitarbeitern
werde in ein Vorhaben mit
Modellcharakter eingebunden,
erklärt Geschäftsführer
Krumm. In einem „Central
Workshop“ sollen dabei die
Pumpen für das gesamte
Versorgungsgebiet Jordaniens
mit insgesamt 500
Trinkwasserbrunnen repariert
und gewartet werden.
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| Beispiel Island:
Hier baut Wilo eine Reinwasserpumpe
für ein geothermisches Kraftwerk ein. |
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Auf Grund extremer
Bedingungen wie Tiefe,
Salzgehalt und Temperatur
lag die Lebensdauer
einer Wasserpumpe in Jordanien
bisher selten höher
als bei einem Jahr. Das soll
sich mit Hilfe der Technik aus Hof künftig verbessern.
Das Ganze konzentriere
sich aber keineswegs auf
den Transfer von technischem
Wissen, so Krumm.
Die Zusammenarbeit umfasse
vielmehr die Vermittlung
von Kenntnissen, „mit
denen die Menschen ihre
Gegenwart und Zukunft
aus eigener Kraft gestalten
können“. Hilfe zur Selbsthilfe
also. Das Projekt läuft
im Rahmen des deutschjordanischen
Wasserprogramms.
Auftraggeber ist
die deutsche Gesellschaft
für technische Zusammenarbeit
(GTZ), die im
Auftrag des Bundesministeriums
für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
weltweit agiert.
Während der „Wasser
Berlin“, der größten nationalen
Fachmesse für den
Bereich Wasserversorgung,
begegneten sich Abgeordnete
der jordanischen Regierung
und die Projektverantwortlichen
von Wilo
und GTZ. Dort überzeugte
sich unter anderem
Jordaniens Staatsminister
für Wasser und Bewässerung,
Munther Al Khleifat,
von der Leistungsfähigkeit
der Firma aus Hof. Neben
Carsten Krumm traf
er in Berlin Klaus Hagen
und Dr. Amer Mokbel, der
Menschen und Mentalität Jordaniens bestens kennt.
Die Kooperation
befi nde sich derzeit erst imAnfangsstadium, „aber derjenige,
der aufbaut, kann
durchaus beim nächsten
Schritt der Lieferant sein“,
sagt Gerhard Petzoldt,
Brand Manager in Hof.
Deshalb sei es heute auch
noch zu früh, Umsatzzahlen
zu nennen, „zumal es
im Moment primär darum
geht, ein strukturiertes
und zuverlässiges Wasserversorgungsnetz
aufzubauen,
indem wir unser
Know-how und Fachkräfte zur Verfügung stellen“,
erklärt Gerhard Petzoldt.
Das Projekt ist ein
anschauliches Beispiel für
„Public Private Partnership
(PPP)“ – eine Entwicklungspartnerschaft
der privaten
Wirtschaft (Wilo) mit
der öffentlichen Hand, in
diesem Fall der Staat Jordanien.
Die Vorhaben werden
dabei gemeinsam geplant,
finanziert und verwirklicht.
Und diese Projekte verfolgen
höchst ehrenwerte entwicklungspolitische Ziele:
Sie schaffen Arbeitsplätze,
bringen technologische Innovationen
ein und verbessern
Produktionsabläufe.
Das heißt, sie investieren in Menschen und Umwelt.
Wie kam es zu der Kooperation
mit dem Hofer Unternehmen? „Weil Wilo
zweifellos zur weltweiten
Spitzengruppe in Sachen
Wasserversorgung gehört“,
sagt Gerhard Petzoldt. Die
Firma verfüge über hohe
Kompetenzen, wenn es um
das Entwickeln und Herstellen
von so genannten Unterwassermotorpumpen
geht,
die sich für die wirtschaftliche,
umweltverträgliche
und hygienische Förderung
von Trink-, Mineral-, Thermal-
und Brauchwasser
eignen. Jordanien sei deshalb
zum Schwerpunktland
deutscher und internationaler
Entwicklungsarbeit
geworden, weil das vorhandene
Wasser für die ständig
wachsende Bevölkerung
des Landes nicht ausreiche,
erklärt Krumm. Die
Grundvoraussetzung für
eine Entwicklung des Landes
sei aber eine adäquate
Versorgung mit Trinkwasser.
Davon jedoch ist Jordanien
noch weit entfernt.
Die Dringlichkeit
und das Ausmaß der gesamten
Wasser-Situation im
mittleren Osten zeigt sich u.
a. an dem vom Jordan gespeisten
See Genezareth.
Hier werden jährlich über
500 Millionen Kubikmeter
Wasser abgepumpt. Das
entspricht der Hälfte des gesamten Volumen des Flusses.
Der Wasserspiegel des
Toten Meeres, das seine Vorräte
größtenteils ebenfalls
vom Jordan bezieht, ist seit
Beginn der 90er Jahre um
satte zehn Meter gefallen.
Vor diesem Hintergrund
ist die „PPP-Maßnahme“
umso höher einzuschätzen.
Geschäftsführer
Carsten Krumm: „Der
Wissenstransfer zwischen
Wilo und den Jordaniern wird dazu beitragen,
die Wasserversorgung
auf lange Sicht zu
gewährleisten und damit
die Lebensqualität einesgesamten Staates nachhaltig
zu verbessern.“
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| Begegnung während der Messe: Dr. Amer Mokbel und Carsten Krumm von WILO mit dem jordanischen Staatsminister Munther Al Khleifat (von links) |
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Die Wilo Emu GmbH
Das Hofer Unternehmen zählt auf dem
Gebiet der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
zur Weltspitze und
beschäftigt heute 400 Menschen, etwa
genauso viel wie im Januar 2003, als die Firma Emu Unterwasserpumpen von der in Dortmund ansässigen WILO SE übernommen wurde. Unter dem Dach der WILO-Gruppe, dem sechstgrößten Pumpenhersteller weltweit, arbeiten derzeit rund 5000 Beschäftigte, die 2005 einen Jahresumsatz von rund
700 Millionen Euro erwirtschafteten. Die
Gruppe unterhält in über 44 Ländern der Erde eigene Vertriebsgesellschaften. Das Hofer Unternehmen Wilo liefert
30 Prozent all ihrer Produkte in die USA. |
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| Messe Berlin 04/2006 (von links): Eng. Bassem Saleh Alsoghaireen, Eng. Ziad Darwish, H.E.
Secretary General WAJ Munther Al Khleifat, Eng. Ziad Emaish, Dr. Thoams Schweisfurth, Eng.
Mohammad Kurdi, Dr. Amer Mokbel |
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